Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Dr. med.
Friedrich Heinsheimer
1872 - 1935

Portrait und Unterschrift Dr. med. Friedrich Heinsheimer. Quelle: Frances Heinsheimer-Wainwright und Staatsarchiv Basel
Portrait und Unterschrift Dr. med. Friedrich Heinsheimer. Quelle: Frances Heinsheimer-Wainwright und Staatsarchiv Basel

Dissertation

Gründung des Sanatoriums Waldpark in Baden-Baden

Zusammenarbeit mit dem Physiologen Alfred Bickel in Berlin 1905/1906

1931 Reise in die USA

Tod Heinsheimer. Übernahme des Sanatoriums durch Emma Heinheimer und Martin Goldner

Dissertation 1895, Kopie Titelblatt, Arch H Je
Dissertation 1895, Kopie Titelblatt, Arch H Je
Ex libris für Dr. F. Heinsheimer 1901 von Maximilian Dasio, Arch H Je
Ex libris für Dr. F. Heinsheimer 1901 von Maximilian Dasio, Arch H Je
"Boas-Archiv" 1906
"Boas-Archiv" 1906
Reichsmedizinalkalender 1908. Magensymbol: Spezialarzt für Magen-, Darm, Stoffwechselkrankheiten, Gebäude-Symbol: Privatklinik
Reichsmedizinalkalender 1908. Magensymbol: Spezialarzt für Magen-, Darm, Stoffwechselkrankheiten, Gebäude-Symbol: Privatklinik
Prospekt © Frances Heinsheimer-Wainwright
Prospekt © Frances Heinsheimer-Wainwright
USA-Reise Heinsheimers 1931 © Frances Heinsheimer-Wainwright
USA-Reise Heinsheimers 1931 © Frances Heinsheimer-Wainwright
Reichsmedizinalkalender 1937. Warum Heinsheimer (gestorben 1935) erwähnt wird, ist unklar. Der Doppelpunkt von den Namen stigmatisiert Heinsheimer und das Ehepaar Goldner als Juden
Reichsmedizinalkalender 1937. Warum Heinsheimer (gestorben 1935) erwähnt wird, ist unklar. Der Doppelpunkt von den Namen stigmatisiert Heinsheimer und das Ehepaar Goldner als Juden
Emma Heinsheimer 1938. Quelle: US-Einbürgerungsantrag, familysearch.org
Emma Heinsheimer 1938. Quelle: US-Einbürgerungsantrag, familysearch.org
Früheres Sanatorium Dr. Heinsheimer heute. Quelle: Rehaklinik Höhenblick Baden-Baden
Früheres Sanatorium Dr. Heinsheimer heute. Quelle: Rehaklinik Höhenblick Baden-Baden

Dr. med. Friedrich Heinsheimer

  • 2‌6‌.‌0‌8‌.‌1‌8‌7‌2‌, Mannheim
  • 1‌3‌.‌0‌4‌.‌1‌9‌3‌5‌, Badenweiler
  • Baden-Baden
  • Facharzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten

Friedrich Wilhelm Heinsheimer wurde am 26.8.1872 in Mannheim als Sohn des Großherzoglich badischen Landgerichtsrates Maximilian (Max) Heinsheimer und dessen Ehefrau Anna, geb. Rosenthal, die aus Würzburg stammte, geboren. Der Vater war Rechtsgelehrter und trat in den badischen Staatsdienst ein. Die Familie bekannte sich zur jüdischen Glaubensgemeinschaft. Friedrich Heinsheimer wuchs mit drei Brüdern auf. Einer der Brüder war der seit 1907 an der Heidelberger Universität lehrende Jurist Professor Dr. Karl Heinsheimer (1869-1929). Die Mutter starb im Dezember 1884 als Friedrich Heinsheimer 12 Jahre alt war. Der Vater heiratete erneut. Die Stiefmutter Cecilie Heinsheimer-Dreyfuss, geborene Netter, brachte einen Sohn und eine Tochter mit in die Ehe.

Max und Anna Heinsheimer mit ihren Söhnen 1883/84. In der Mitte stehend Friedrich Heinsheimer. © Frances Heinsheimer-Wainwright
Max und Anna Heinsheimer mit ihren Söhnen 1883/84. In der Mitte stehend Friedrich Heinsheimer. © Frances Heinsheimer-Wainwright

Nach der Reifeprüfung studierte Heinsheimer an der Universität München Medizin. Dort legte er das Staatsexamen ab und wurde 1895 mit der Arbeit „Entwicklung und jetziger Stand der Schilddüsenbehandlung“ promoviert.

Dissertation 1895, Kopie Titelblatt, Arch H Je
Dissertation 1895, Kopie Titelblatt, Arch H Je

Im gleichen Jahr erhielt er die ärztliche Approbation. Nach dem Studium war Friedrich Heinsheimer in der Abteilung für Innere Medizin am Städtischen Krankenhaus Frankfurt am Main bei Carl von Noorden und Hugo Salomon tätig. Hier wurde sein Interesse für das damals noch junge Fachgebiet der Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten geweckt. Die Weiterbildung in der Frankfurter Klinik Carl von Noordens war die Grundlage für Heinsheimers Spezialisierung. In dieser Zeit entstand sein Beitrag „Stoffwechseluntersuchungen bei zwei Fällen von Gastroenterostomie“ in der Fachzeitschrift Grenzgebiete der Medizin und Chirurgie 1896. Später bildete sich Heinsheimer bei dem ausgewiesenen frühen Gastroenterologen Professor Theodor Rosenheim in Berlin als Assistent in dessen Spezialpraxis und Poliklinik für Magen und Darmkrankheiten fort.

1899 ließ sich Friedrich Heinsheimer zunächst als praktischer Arzt in Karlsruhe nieder. Im gleichen Jahr heiratete er die aus Karlsruhe stammende 1879 geborene Emma Willstätter, Tochter des Karlsruher Bankiers Leopold Willstätter und seiner Ehefrau Henriette, geborene Homburger. Im September 1900 wurden der Sohn Hans Walter Heinsheimer, 1904 die Tochter Gertrude Anna und 1908 der Sohn Rudolf Otto geboren.

Ex libris für Dr. F. Heinsheimer 1901 von Maximilian Dasio, Arch H Je
Ex libris für Dr. F. Heinsheimer 1901 von Maximilian Dasio, Arch H Je

1905 gründete Heinsheimer gemeinsam mit seiner Ehefrau in Baden-Baden das Waldpark-Sanatorium Dr. Heinsheimer, Spezial-Kuranstalt für Magen- und Darmkrankheiten, Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen. Das neu errichtete Gebäude wurde im Juli 1906 bezogen. 1905 / 1906 hatte Heinsheimer als Gast bei dem Physiologen Adolf Bickel in der experimentell-biologischen Abteilung des Institutes für Pathologie an der Charite Berlin über die Magensekretion und über die fermentative Fettspaltung im Magen gearbeitet. Darüber hielt er am 30. April 1906 einen Vortrag im Berliner Verein für Innere Medizin.

"Boas-Archiv" 1906
"Boas-Archiv" 1906
Dtsch med Wochenschr 1906
Dtsch med Wochenschr 1906

Seit 1908 kennzeichnete der Reichsmedizinalkalender Heinsheimer mit dem Magensymbol als Spezialarzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten.

Reichsmedizinalkalender 1908. Magensymbol: Spezialarzt für Magen-, Darm, Stoffwechselkrankheiten, Gebäude-Symbol: Privatklinik
Reichsmedizinalkalender 1908. Magensymbol: Spezialarzt für Magen-, Darm, Stoffwechselkrankheiten, Gebäude-Symbol: Privatklinik

Das Sanatorium entwickelte sich rasch sehr erfolgreich und wurde zu einer Institution (vgl. Heinsheimer Waldpark Sanatorium). Es bot etwa vierzig Patient*innen Platz überwiegend in Einzelzimmern. Zu den prominenten Patienten zählte zwischen 1910 und 1928 der aus Hamburg stammende Kunsthistoriker Aby Warburg.

Ex Libris Sanatorium Dr.
Heinsheimer, © Medical Historical Library Yale University, New Haven, CT
Ex Libris Sanatorium Dr. Heinsheimer, © Medical Historical Library Yale University, New Haven, CT
Prospekt © Frances Heinsheimer-Wainwright
Prospekt © Frances Heinsheimer-Wainwright

Heinsheimer nahm aktiv als Stabsarzt seit 1914 am Ersten Weltkrieg teil. Er war in den ersten Monaten des Krieges in der Provinz Westflandern nahe der Orte Ypern, Roeselare (französisch Roulers), Staden und Diksmuide eingesetzt. Am 3. 11. 1914 wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen [unveröffentlichte Briefe F. Heinsheimers an seine Ehefrau 23. 10. 1914 bis 8.1.1915].

F. Heinsheimer als Soldat 1914 © Frances Heinsheimer-Wainwright
F. Heinsheimer als Soldat 1914 © Frances Heinsheimer-Wainwright

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in den 1920er Jahren sowie Anfang der 1930er Jahre entwickelte sich das Sanatorium erfolgreich weiter mit einer hohen Patientenzahl vor allem in den Monaten zwischen März und November. 1931 unternahm Heinsheimer eine Studienreise in die USA, um die dortigen Medizineinrichtungen im Osten und Westen des Landes kennenzulernen. Über seine Reiseeindrücke berichtete er 1932 in der Fachzeitschrift Die medizinische Welt.

USA-Reise Heinsheimers 1931 © Frances Heinsheimer-Wainwright
USA-Reise Heinsheimers 1931 © Frances Heinsheimer-Wainwright

 

1933 – 1938

Friedrich Heinsheimer erlebte seit dem Frühjahr 1933 die Demütigungen und die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten, so den Boykott der ärztlichen Praxen der jüdischen Ärzte und Ärztinnen am 1. April 1933. Das Sanatorium konnte er zunächst gemeinsam mit seiner Ehefrau weiterführen, obwohl die Zahl der Patient*innen abnahm.

Friedrich Heinsheimer starb 61-jährig am 13. April 1935 während eines Aufenthaltes in Badenweiler in der Pension Haus Eckerlin. Seine Grabstätte befindet sich auf dem jüdischen Teil des städtischen Friedhofs Lichtental in Baden-Baden.

Grabstein Friedrich Heinsheimers auf dem jüdischen Teil des Friedhofs Lichtental in Baden-Baden © Frances Heinsheimer-Wainwright
Grabstein Friedrich Heinsheimers auf dem jüdischen Teil des Friedhofs Lichtental in Baden-Baden © Frances Heinsheimer-Wainwright

1935

Die ärztliche Leitung des Wald-Parksanatoriums übernahm der Internist Martin Goldner, der seine internistische Ausbildung an der Universität Breslau, heute Wroclaw, Polen, bei Oskar Minkowski sowie an der II. Medizinischen Klinik der Berliner Charite erhalten hatte und der als Gustav von Bergmanns Assistent wesentlich an der Publikation dessen „Funktioneller Pathologie“ beteiligt war (in der Ersten Auflage 1932 wurde Goldner ausdrücklich als Mitautor genannt. Dessen Namen erwähnte von Bergmann in der Zweiten Auflage 1936 nicht mehr).

Dr. Martin Goldner 1938 Quelle: US-Einbürgerungsantrag, famliysearch.org
Dr. Martin Goldner 1938 Quelle: US-Einbürgerungsantrag, famliysearch.org
Anzeige Dr. Martin Goldner Waldpark-Sanatorium.  Quelle: Central-Verein Zeitung 1937
Anzeige Dr. Martin Goldner Waldpark-Sanatorium. Quelle: Central-Verein Zeitung 1937
Reichsmedizinalkalender 1937. Warum Heinsheimer (gestorben 1935) erwähnt wird, ist unklar. Der Doppelpunkt von den Namen stigmatisiert Heinsheimer und das Ehepaar Goldner als Juden
Reichsmedizinalkalender 1937. Warum Heinsheimer (gestorben 1935) erwähnt wird, ist unklar. Der Doppelpunkt von den Namen stigmatisiert Heinsheimer und das Ehepaar Goldner als Juden

Als Jude musste Goldner mit seiner Ehefrau 1933 Berlin verlassen und floh zunächst in die Schweiz nach Zürich. Nach Heinsheimers Tod im April 1935 wurde Martin Goldner (geb. am 1. Juli 1902 in Berlin) noch im gleichen Monat Leitender Arzt des Waldpark-Sanatoriums. Heinsheimers Ehefrau Emma führte die wirtschaftliche Sanatoriumsleitung bis zum Herbst 1938 fort. Martin Goldner verlor mit dem 30. September 1938 seine ärztliche Approbation. Der Druck der Nationalsozialisten hatte so zugenommen, dass Emma Heinsheimer zum Verkauf des Sanatoriums gezwungen war. Mit dem 1. Oktober 1938 verkaufte sie Gebäude und Grundstück zu einem Preis deutlich unter dem damaligen Wert des Gebäudekomplexes. [https://gedenkbuch.baden-baden.de/person/heinsheimer-emma-geb-willstaetter/].

Emma Heinsheimer 1938. Quelle: US-Einbürgerungsantrag, familysearch.org
Emma Heinsheimer 1938. Quelle: US-Einbürgerungsantrag, familysearch.org

Emma Heinsheimer schrieb später: „Ich bin jüdischer Abstammung; konfessionslos. Ich habe in Karlsruhe die Viktoriaschule besucht. 1899 habe ich den dort ansässig gewesenen Arzt Dr. med. Friedrich Heinsheimer geheiratet, geboren am 26. August 1873, gestorben am 13. April 1935. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen, die jetzt alle im Ausland leben. Bis 1906 lebte ich in Karlsruhe. 1906 habe ich mit meinem Mann das Waldpark-Sanatorium gegründet, dessen wirtschaftliche und kaufmännische Leitung ich bis 1. Oktober 1938 in Händen hatte. An diesem Tag wurde der Betrieb geschlossen, da der ganze Besitz an die Evangelische Diakonissenanstalt in Karlsruhe-Rüppur verkauft ist. Jetzt bin ich noch mit dem Abwickeln der Geschäfte und den vorbezeichneten Arbeiten zur Übergabe des Hauses an die Käuferin beschäftigt“ [https://gedenkbuch.baden-baden.de/person/heinsheimer-emma-geb-willstaetter/]. Zunächst wurde das Sanatorium fortgeführt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 diente es der Unterbringung verletzter Wehrmachtssoldaten. 1945 bis 1950 war das Sanatorium Unterkunft für französische Soldaten. 1951 übernahm die Landesversicherungsanstalt Baden das Gebäude. 2026 dient es der Deutschen Rentenversicherung unter der Bezeichnung Rehaklinik Höhenblick als Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie.

Früheres Sanatorium Dr. Heinsheimer heute. Quelle: Rehaklinik Höhenblick Baden-Baden
Früheres Sanatorium Dr. Heinsheimer heute. Quelle: Rehaklinik Höhenblick Baden-Baden

Emma Heinsheimer floh im Dezember 1938 aus Deutschland. Von Cherbourg / Frankreich erreichte sie am 23. 12. 1938 New York. Dort lebte seit dem Sommer 1938 bereits ihr Sohn Hans Heinsheimer. Emma Heinsheimer starb am 30. 8. 1957 in New York. Ihre Grabstätte findet sich auf dem Ferncliff Cemetery and Mausoleum in Hartsdale, Westchester County, New York.

Dr. Martin Goldner floh mit seiner Ehefrau Dr. med. Elisabeth Goldner und dem vierjährigen Sohn Andreas in der Nacht des Novemberpogroms 1938 aus Baden-Baden und gelangte zunächst nach Paris. Am 1. Dezember 1938 konnte die Familie von Le Havre aus mit der S.S. Washington in die USA gelangen. Zunächst war er an der Universität Chicago tätig und arbeitete mit Lester Dragstedt und George Gomori zusammen. Goldner wurde in den USA ein bekannter Diabetologe. 1950 wechselte er nach New York und wirkte als Ärztlicher Direktor am Jewish Hospital and Medical Center in Brooklyn, New York. Er gehörte als Professor für Innere Medizin zu den Lehrenden an der State University of New York, Downstate Medical Center. Martin Goldner starb am 13. April 1987 in Santa Clara in Kalifornien.

Der Sohn Hans Heinsheimer wurde ein sehr bekannter Musikverleger, Autor und Journalist, der in Wien seit 1923 in dem 1901 gegründeten österreichischen Musikverlag Universal Edition eine wichtige Funktion übernahm, mit vielen Komponisten verbunden war und diese wie Alban Berg und Leoš Janáček unterstützte [vgl. https://forbiddenmusic.org/2016/10/29/heinsheimers-hidden-history/]. Aus beruflichen Gründen war Hans Heinsheimer Anfang März 1938 von Cherbourg aus mit der S.S. Bremen nach New York gereist. Wegen des Einmarsches der Deutschen Wehrmacht in Österreich am 15. März 1938 kehrte er nicht mehr nach Österreich zurück. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Havanna / Kuba stellte er nach der endgültigen Einreise in die USA am 3. Juni 1938 einen US-Einbürgerungsantrag. In New York wurde Hans Heinsheimer 1957 Leiter des großen Musikverlages Schirmer und später dessen Vizepräsident. Hans Heinsheimer starb hochbetagt am 12. Oktober 1993 in New York.

Der Sohn Rudolf Heinsheimer studierte Rechtswissenschaften. Als Assistent an der juristischen Fakultät der Berliner Universität wurde er als Jude im Frühjahr 1933 entlassen. Im März 1933 gelangte er nach Palästina. 1934 erhielt er von der britischen Mandatsverwaltung die Lizenz, als Rechtsanwalt arbeiten und eine eigene Anwaltspraxis eröffnen zu können. Nach Gründung des Staates Israel 1948 arbeitete Rudolf Heinsheimer in der Generalstaatsanwaltschaft und wurde später stellvertretender Generalstaatsanwalt Israels. 1949 wechselte er seinen Namen in Uri Yadin. In den 1970er Jahren lehrte er in seinem Fachgebiet an der Hebräischen Universität Jerusalem. Uri Yadin starb 1985 in Jerusalem.

Die Tochter Gertrude Anna Heinsheimer heiratete 1928 den Maler, Grafiker, Bildhauer und Schüler Paul Klees Georg Jakob Best (1903 -2003). Die Ehe wurde 1931 geschieden. Gertrude Heinsheimer-Best konnte 1936 aus Deutschland nach Palästina fliehen. Dort lebte bereits seit 1933 ihr Bruder, der Jurist Rudolf Heinsheimer. Sie starb 1943 in Jerusalem 37-jährig an den Folgen eines Unfalls.

Eigene Publikationen (Auswahl)

  1. Stoffwechseluntersuchungen bei zwei Fällen von Gastroenterostomie. Grenzgebiete für Medizin und Chirurgie 1896; 1: 348 – 354 sowie in: Arbeiten aus dem Städtischen Krankenhaus zu Frankfurt am Main. Festschrift der 68. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte. Frankfurt: Druck von Reinh. Mahlau 1896, S. 53-58. Staatsbibliothek Berlin-Preußischer Kulturbesitz, Sign. Jc 2613
  2. Experimentelle Untersuchungen über fermentative Fettspaltung im Magen. Dtsch med Wochenschr 1906; 32: 1194-1197
  3. Experimentelle Untersuchungen über die physiologische Einwirkung der Salzsäuredarreichung auf die Magensekretion. Arch Verdauungskr (Boas-Archiv) 1906; 12: 107-115
  4. Schonung und Übung als Grundlinien der Ernährungstherapie. Beihefte zur „Medizinischen Klinik“ 1914, Heft 4, S. 81 – 100. Berlin, Wien: Urban & Schwarzenberg.
  5. Ärztliche Eindrücke von einer Reise in die USA. Die Medizinische Welt 1932. Sonderdruck Nr. 5, 1-7
Danksagung

Mein größter Dank gilt Frances Heinsheimer-Wainwright (1942 – 2025), Kanada, der Enkelin Friedrich und Emma Heinsheimers und Tochter des Musikverlegers Hans Heinsheimer, für die großzügige Überlassung äußerst wertvoller Dokumente und Fotografien aus ihrem Familien-Archiv. Ohne ihre Hilfe hätte die biographische Skizze zu Friedrich Heinsheimer in dieser Form nicht entstehen können.

Dagmar Rumpf, Stadtarchiv Baden-Baden, gebührt großer Dank für ihre Hinweise zum Bestand des Stadtarchivs zu den Familien Heinsheimer und Goldner sowie zum Waldpark-Sanatorium Dr. Heinsheimer.

Andreas Goldner, dem Sohn Martin und Elisabeth Goldners, danke ich in besonderer Weise für die Kontakte 2015, vor allem insbesondere für seine Hinweise zur Biographie und die Tätigkeit seines Vaters.

Beitrag von Dr. med. Harro Jenss, Worpswede. Stand 7.2.2026


Quellen und Literatur
zu den Quellen
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Quellen/Literatur/Weblinks

Biografie von Dr. med. Friedrich Heinsheimer

Quellen:

Stadtarchiv Baden-Baden. Bestand NS-Opfer des Nationalsozialismus, Nr. 549 [Friedrich Heinsheimer], Nr. 521 [Martin Goldner], Nr. 522 [Elisabeth Goldner ], Nr. 523 [ Andreas Goldner]

Stadtarchiv Baden-Baden. Bestand A 0023 – Polizeidirektion (Spezialsammlung Juden), Auswanderung von Juden 1938

Stadtarchiv Baden-Baden. Bestand A 0026 – Hauptregister I, 23 f (Anfragen wegen des Kaufs des Sanatoriums Dr. Heinsheimer]

Staatsarchiv Freiburg / STAF F 166/3 Nr. 7117 [Wiedergutmachungsakte Dr. Martin G. Goldner]

Leo Baeck Institute / Center for Jewish History New York. Martin G. Goldner Collection AR 3136

Medical Historical Library, Cushing / Whitney Medical Library, Yale University, New Haven, Conneticut [Ex Libris Sanatorium Dr. Heinsheimer, cwbp 2627]

Warburg Institute, London, Archive and Library. Korrespondenz Aby Warburg mit Dr. Friedrich Heinsheimer, Emma und Gertrude Heinsheimer 1915 – 1928

Staatsarchiv Basel-Stadt / StABS_PA 182a B44, B396. – Brief Dr. Friedrich Heinsheimer an Professor Dr. Karl Heinrich Stähelin-Kracht, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Basel, 13.6.1913

Briefe [unveröffentlicht] Friedrich Heinsheimers an seine Ehefrau Emma, 23.10.1914 bis 8. 1. 1915. Familien-Archiv Frances Heinsheimer-Wainwright. Dem Verfasser H Je 2015 als Kopien zur Verfügung gestellt

Aufzeichnungen [unveröffentlicht] des Hausmeisters Albert Hoferer, geb. 19.6.1899, vom 27.3.1951 über seine Tätigkeit im Waldpark-Sanatorium Dr. Heinsheimer vom März 1926 bis 1945. Familien-Archiv Frances Heinsheimer-Wainwright. Dem Verfasser H Je 2015 als Kopien zur Verfügung gestellt.

Literatur

 Heinsheimer F. Entwicklung und jetziger Stand der Schilddrüsenbehandlung. Medizinische Dissertation 1895. Ludwig – Maximilians – Universität München. Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz / SBB-PK, Sign. Diss. Ja 11941-2

Central Verein Zeitung 1937; 16, 18.3.1937, S. 11 – Anzeige Waldpark-Sanatorium Dr. Heinsheimer, Ärztlicher Leiter M. Goldner

Levine R. Martin G. Goldner. Metabolism, clinical and experimental 1973; 22 (5): 645-647

Rößler R. Baden-Baden unter dem Hakenkreuz, Die Jahre 1933 bis 1945; Eine Chronik und Quellensammlung. Baden-Baden: Selbstverlag, 2000.

Fetthauer S. Hans W. Heinsheimer, in: Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit, Claudia Maurer Zenck, Peter Petersen (Hg.), Hamburg: Universität Hamburg, 2006 ( https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00000779 )

Weblinks

https://gedenkbuch.baden-baden.de/ , Stand 25.1.2026

https://gedenkbuch.baden-baden.de/person/heinsheimer-emma-geb-willstaetter/ , Stand 25.1.2026

https://forbiddenmusic.org/2016/10/29/heinsheimers-hidden-history/ [Blog von Michael Haas, 29. Oktober 2016 mit vielen bisher wenig bekannten Details zu der Verbindung Hans Heinsheimers zu den in Wien in den 1920er und 1930er Jahren aktiven Musiker*innen], Stand 25.1.2026

https://www.arthistoricum.net/themen/wvz/best/leben [zur Biographie des Künstlers Georg Jakob Best, 1903 – 2003], Stand 25.1.2026