Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Dr. med.
Heinz (Heinrich, Henry) Martin Taterka
1898 - 1985

Passbild und Unterschrift Einwandungszertifikat. Quelle: www.ancestry.de
Passbild und Unterschrift Einwandungszertifikat. Quelle: www.ancestry.de

Studium in Breslau

Ausbildung bei Rudolf Ehrmann

Niederlassung in Berlin-Tempelhof

Flucht in die USA

Titelblatt Dissertation, Quelle: Nationalbibliothek
Titelblatt Dissertation, Quelle: Nationalbibliothek
Bescheinigung Arztregister 1936. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655
Bescheinigung Arztregister 1936. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655
Grab Herny Taterka. Quelle: www.findagrave.com
Grab Herny Taterka. Quelle: www.findagrave.com

Dr. med. Heinz (Heinrich, Henry) Martin Taterka

  • 1‌6‌.‌0‌9‌.‌1‌8‌9‌8‌, Breslau, heute Wroclaw
  • 1‌8‌.‌1‌1‌.‌1‌9‌8‌5‌, New York, USA
  • Geflohen 1936, USA
  • Berlin
  • Facharzt für Innere Krankheiten, Facharzt für Magen- und Darmkrankheiten

Heinz Taterka wurde am 16.9.1898 als zweiter Sohn des Kaufmanns Martin Taterka (1865 bis 1924) und Aurelie, geb. Lewin (1871- 1947) in Breslau, heute Wroclaw, Polen, geboren. Sein älterer Bruder Hans wurde am 3.3.1895 geboren. Die Familie bekannte sich zur jüdischen Glaubensgemeinschaft.

Nach Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Posen trat Heinz Taterka 1916 in das Heer ein. Ab Dezember 1917 studierte er wie sein älterer Bruder Medizin an der Universität Breslau. Seine Medizinalpraktikantenzeit verbrachte er in Berlin (I. Innere Abteilung des Städt. Krankenhauses Neukölln , Städt. Krankenhaus für Geburtshilfe, Berlin-Charlottenburg und Institut für Pathologie am Städt. Rudolf-Virchow-Krankenhaus). Während dieser Zeit fertigte er seine Dissertation über „Chinin in der Geburtshilfe“ an, die er 1923 in Breslau einreichte. Seine Approbation erhielt er am 5.6.1923.

Titelblatt Dissertation, Quelle: Nationalbibliothek
Titelblatt Dissertation, Quelle: Nationalbibliothek

Ausbildung und Wirkungsstätte

Nach der Medizinalpraktikantenzeit arbeitete er ab dem 1.6.1923 im Krankenhaus Buckow, danach im Krankenhaus Neukölln in der I. Inneren Abteilung bei Rudolf Ehrmann. Nach der Assistentenzeit wurde er 1927 Oberarzt. Das Beschäftigungsverhältnis wurde nach den damals bestehenden Regeln (nicht länger als 10 Jahre) am 31.3.1932 beendet trotz des Einspruchs seines Abteilungsleiters Rudolf Ehrmann.

Am 1.4.1932 ließ sich Heinz Taterka in Berlin-Tempelhof in der Dorfstr.19/20 nieder. Er erhielt die Kassenzulassung als Facharzt für Magen- und Darmkrankheiten vom 7.7.1932 bis zum 26.2. 1935 und als Facharzt für Innere Krankheiten vom 26.2.1935 bis zum 30.6.1936. Daneben war er bis zum 30.6 1933 teilbeschäftigter Röntgenarzt im Ambulatorium Pankow der Krankenkassen Berlin.

Reichsmedizinalkalender Berlin 1935
Reichsmedizinalkalender Berlin 1935
Bescheinigung Arztregister 1936. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655
Bescheinigung Arztregister 1936. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655

 

Nach 1933

Aus welchen Gründen Heinz Taterka nicht im Reichsarztregister verzeichnet ist wie sein Bruder Hans und er seine Kassenzulassung bis 1936 erhalten konnte, bleibt unklar. Im Reichsmedizinalkalender 1937 ist Heinz Taterka nicht mehr verzeichnet, sein Bruder Hans ist mit einem Doppelpunkt markiert, der ihn als jüdischen Arzt stigmatisiert.

Heinz Taterka erkannte seine bedrochliche Situation als „Nicht-Arier“. Er floh über LeHavre mit dem Schiff Ile de France in die USA und erreichte New York am 27. Oktober 1936.

1938 legte Heinz Taterka das amerikanische medizinische Examen ab und gründete eine Praxis in New York. Zudem war er Vertrauensarzt des deutschen Konsulats in New York.

Briefkopf in New York. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655
Briefkopf in New York. Quelle: Landesarchiv Berlin, Entschädigungsakte B Rep. 078 Nr. 1655

1943 heiratete er die aus Berlin stammende Ilse Brandenstein (1919 bis 2004), am 28. 5.1944 wird der Sohn Ronald Martin geboren.

Sein ehemaliger langjähriger Abteilungsleiter, Rudolf Ehrmann floh ebenfalls in die USA. Heinz Taterka veröffentlichte nach dessen Tod 1963 einen Nachruf in der jüdischen Zeitschrift Der Aufbau.

Am 18 Nov 1985 starb Heinz Taterka 87-jährig in New York. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Westchester Hills Cemetery in Hastings-on-Hudson, Westchester County, New York.

Grab Herny Taterka. Quelle: www.findagrave.com
Grab Herny Taterka. Quelle: www.findagrave.com

Sein Bruder Hans floh im Mai 1938 mit seiner Ehefrau Helene und dem Sohn Ulrich über Hamburg nach New York. Der Mutter der beiden Brüder gelang die Flucht über Rotterdam ebenfalls nach New York.

Beitrag von Dr. med. Cornelie Haag, Dresden. Stand 25.8.2026


Quellen und Literatur
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Quellen/Literatur/Weblinks

Biografie von Dr. med. Heinz (Heinrich, Henry) Martin Taterka