Dr. med. Laszlo Jakab
- 18.12.1875, Nagybarod, Österreich-Ungarn, heute Borod, Rumänien
- 23.11.1940, Budapest
- Mitglied seit 1926
- Budapest
- Facharzt für Innere Medizin
Laszlo Jakab wurde als jüngster Sohn des Hermann (Armin) Jakab und der Rezi Teres, geb. Held in Nagybarod im damaligen Österreich-Ungarn, heute Borod, Rumänien, geboren. Die Familie gehört der jüdischen Glaubensgemeinschaft an. Sein Bruder Deszö Jakab (1964-1932) war ein bekannter Architekt, der zahlreiche öffentliche Gebäude in Ungarn entworfen hatte (u.a. die Synagoge in Subotica). Zahlreiche Entwürfe für die Sanatorien seines Bruders Lazlo stammen von Deszö Jakab.
Ausbildung und Wirkungsstätte
Laszlo Jakab absolvierte das Gymnasium an der Königlichen Staatlichen Oberschule in Oradea, früher Großwarden, ungarisch Nagyvarad, Österreich-Ungarn, nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien gehörend. Er studierte von 1893 bis 1898 Medizin an der Universität Pest, Ungarn. Seine internistische Ausbildung erhielt Laszlo Jakab in der Abteilung für Innere Medizin der Klinik von Baron Frigyes von Koranyi in Budapest, der diese Klinik gründete und von 1880 bis zu seinem Tode 1919 leitete. Sein Sohn Alexander von Konrayi war einer seiner Nachfolger.
Am 6. 1.1904 heiratete Laszlo Jakab die Ärztin Dr. Johanna Racz, Tochter von Ignaz und Etelka Rosenthal. Die Tochter Agnes wird am 12.12.1904 geboren, die Tochter Erzebet am 15.7.1909. Die Familie konvertierte am 20.1.1919 zur protestantischen, reformierten Kirche (Bemerkung bei Eintrag Heiratsurkunde und Geburtsurkunde Tochter Erzsebet).
Im Jahr 1903 übernahm Laszlo Jakab die Leitung der Hydrotherapie-Abteilung des Sanatoriums Herzcel in Fasor (Südungarn). 1909 eröffnete er das Sanatorium Liget in Budapest in der Nagy-János-Straße, dessen Gebäude von seinem Bruder Dezső Jakab und dessen Partner Marcell Komor entworfen wurde. Das Sanatorium bot Diagnostik, Diät und Physiotherapie sowie Inhalationen an. Dort arbeitete Paul Lukacz als Assistenzarzt und später als Leiter der Abteilung für Innere Medizin. Laszlo Jakab expandierte sein Unternehmen 1911 mit der Gründung des Parksanatoriums auf einem Nachbargrundstück des Liget-Sanatoriums, das ebenfalls von seinem Bruder entworfen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er in verschiedenen Militärkrankenhäusern verbrachte, baute er ein weiteres Sanatorium auf dem Svábhegy (Schwabenberg) in Budapest. Es galt bei seiner Einweihung 1927 als modernste medizinische Einrichtung der damaligen Zeit und war luxuriös ausgestattet.
Laszlo Jakab wollte mit seinem Sanatorium mit den berühmten Bädern im Ausland konkurrieren. Zahlreiche prominente Gäste und Patienten suchten hier Erholung und Heilung. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise erlitt Jakab 1931 mit den drei Sanatorien Konkurs. Später war das Sanatorium auf dem Schwabenberg ein Luxushotel, eine Polizeikaserne, ein Lazarett und wieder Sanatorium.
Nach dem Konkurs seines Unternehmens gründete Laszlo Jakab ein kleines Privatkrankenhaus, das Jakab-Sanatorium, in der Szondi-Gasse 102, das er bis zu seinem Tode leitete. Dort beschäftigte er sich vor allem mit Herz- und Stoffwechselerkrankungen. Jakab war Gründer und Herausgeber der Fachzeitschrift Orvosi Praxis und publizierte über Diätetik, Stoffwechselfragen und Ernährung.
Lazlo Jakab starb 1940 64jährig an den Folgen eines Diabetes mellitus und eines Schlaganfalls. Seine Frau Johanna starb 1957.
Beitrag von Dr. med. Cornelie Haag, Dresden. Stand 9.11.2025
Quellen und Literatur
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