Dr. med. Pal (Paul) Lukacs
- 24.05.1883, Budapest
- 21.01.1956, Budapest
- Mitglied seit 1930
- Budapest
- Facharzt für Innere Krankheiten
Pal Lukacs wurde als Paul Löwinger am 24.5.1883 in Budapest als Sohn von Salamon Löwinger und Berta, geb. Sterk in eine jüdische Familie hinein geboren. 1899 änderte er seinen Namen in Pal Lukacs.
Ausbildung und Wirkungsstätte
Paul Löwinger besuchte das Königliche Staatliche Gymnasium in Budapest und studierte Medizin an der Universität Budapest. 1905 wurde er promoviert.
Seine klinische Ausbildung erhielt Pal Lukacs an der Charite Berlin und in Budapest am Kinderkrankenhaus des Weißen Kreuzes. Mit der Eröffnung des Sanatoriums Liget 1909 wechselte er in die dortige Abteilung für Innere Medizin, die er später selbst leitete. Das Liget-Sanatorium war das erste der drei Sanatorien die Laszlo Jakab gründete. Das Sanatorium bot Diagnostik, Diät und Physi0therapie sowie Inhalationen an. Später arbeitete er in der Zentralklinik der Nationalen Sozialversicherungsanstalt. Seine klinischen Schwerpunkte waren der Diabetes mellitus, Über- und Untergewicht.
1914 publizierte er zusammen mit Papp Ferenc ein kleines Buch: Cokorbetegek Dietaja (Die Ernährung von Diabetikern).
Im 1. Weltkrieg diente er als Reserve-Regimentsarzt im 15. Honved-Infantrieregiment.
Am 2.3.1923 heiratet er Magdalena Glück, geb. 21.7.1902, ebenfalls in einer jüdischen Familie geboren. Am 24.1.1924 wird der Sohn Janos (John) Adalbert geboren, der nach dem 2. Weltkrieg in die USA emigrierte und dort als Historiker wirkte. Pal Lukacs konvertierte zum katholischen Glauben, ebenso Magdalena Glück. 1932 wurde das Ehepaar geschieden, 1948 heiratete Pal Lukacs Magdolna Balint.
In den 1930er und Anfang der 1940er Jahren ist Pal Lukacs im Budapester Telefonbuch als Internist und Chefarzt verzeichnet. Auch finden sich in den ungarischen Zeitungen mehrfach Ankündigungen für Vorträge und Anzeigen für den Verkauf seiner Bücher, die sich mit dem Diabetes mellitus und der Adipositas beschäftigten. Lukacs publizierte einige Arbeiten in der ungarischen Ärztlichen Wochenschrift / Orvosi Hetilap, die 1857 gegründet wurde und in der zahlreiche Publikationen aus dem Fachgebiet der Gastroenterologie und Stoffwechselpathologie erschienen.
Nach 1944
Über die Zeit nach 1944 ist wenig bekannt; in der Liste der Namen des Projektes Nevek (Hungarian Jewish Victims: Names from the Nevek Project (Verzeichnis der jüdischen Ungarn während des Holocausts aus verschiedenen Quellen)) wird er als Überlebender geführt.
Am 21.2.1956 starb Pal Lukacs in Budapest an einer beidseitigen Lungenentzündung.
Beitrag von Dr. med. Cornelie Haag, Dresden
Quellen und Literatur
zu den Quellen