Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Dr. med.
Arthur Fränkel
1873 - Juli 1949

Dissertation, Berlin 1898
Dissertation, Berlin 1898

Mitglied seit 1926

Seit 1909 Specialarzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten

Flucht nach Chile 1940

Archiv für Verdauungs-Krankheiten, 1926
Archiv für Verdauungs-Krankheiten, 1926

Dr. med. Arthur Fränkel

  • 2‌0‌.‌0‌5‌.‌1‌8‌7‌3‌, Neustadt/ Prudnik, Oberschlesien, Polen
  • J‌u‌l‌i‌ ‌1‌9‌4‌9‌, Santiago de Chile
  • Mitglied seit 1926
  • Geflohen 1940, Chile
  • Berlin
  • Niedergelassener Facharzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten

“Der Verfasser dieser Arbeit, Arthur Fränkel, ist geboren am 20. Mai 1873 in Neustadt, Oberschlesien; jüdisch; der Sohn des Kgl. Kommerzienrates Abraham Fränkel, Fabrikbesitzer in Neustadt, Oberschlesien. Er besuchte die Elementarschule und das humanistische Gymnasium seiner Vaterstadt, das Ostern 1893 mit dem Zeugnis der Reife verliess”, so Arthur Fränkel im Lebenslauf seiner Dissertationsschrift.

 

Ausbildung und Wirkungsstätte

Arthur Fränkels Vater führte eine große Leinweberei in Neustadt. Sein Großvater Samuel Fränkel hatte die Fränkelsche Fabrik gegründet, die rasch zu einer der damals größten Textilproduktionsstätten expandierte.

Nach zwei Semestern Nationalökonomie begann Arthur Fränkel 1894 das Medizinstudium, das er in München und Berlin absolvierte. Dort promovierte er 1898 mit der Arbeit „Die Wirkung der Narcotica auf die motorischen Vorderhornzellen des Rückenmarkes“. Die Approbation erhielt er 1899.

Seit 1909 praktizierte er als Specialarzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten in Berlin.

Archiv für Verdauungs-Krankheiten, 1926
Archiv für Verdauungs-Krankheiten, 1926

 

Nach 1933

1937 wurde ihm die Kassenzulassung entzogen. Nach Entzug der Approbation am 30.09.1938 war er als „Krankenbehandler für Magen- und Darmkrankheiten“ in Berlin zugelassen und behandelte bis 1940 jüdische Patienten.

 

Flucht nach Chile

1940 flüchtete er nach Chile. Weitere biographische Daten, insbesondere über Fränkels Leben in Chile, sind bisher nicht bekannt.

Arthur Fränkel starb 76-jährig im Juli 1949 in Santiago de Chile.


Quellen und Literatur
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Quellen/Literatur/Weblinks

Biografie von Dr. med. Arthur Fränkel

Verzeichnis der Quellen

  • Bayerisches Staatsbibliothek. Fränkel A. Dissertation: Die Wirkung der Narcotica auf die motorischen Vorderhornzellen des Rückenmarkes. Berlin; 1898:
  • Reichsmedizinalkalender 1933. Digitale Sammlung der ZB Medizin – Informationszentrum für Lebenswissenschaften. Im Internet: https://digital.zbmed.de/medizingeschichte/periodical/structure/4948689

Verzeichnis der Literatur

  • Schwoch R. Berliner Jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus. Ein Gedenkbuch. Berlin: Hentrich & Hentrich Verlag 2009: 238
  • Schwoch R. Jüdische Ärzte als Krankenbehandler in Berlin zwischen 1938 und 1945. Frankfurt / M: Mabuse Verlag 2018: 267

Verzeichnis der Weblinks