Erinnerung an jüdische Gastroenterolog*innen
Der DGVS ist es ein Anliegen, an jene jüdischen Ärztinnen und Ärzte zu erinnern, die nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten im Januar 1933 aus der Fachgesellschaft ausgeschlossen, entrechtet, verfolgt, in den Suizid getrieben, zur Flucht aus Deutschland gezwungen oder in Konzentrationslager deportiert wurden. Die Würdigung ihrer Lebenswege und ihrer vielfältigen Beiträge für unser Fachgebiet soll den heute Vergessenen ihren Namen zurückgeben und zugleich eindringliche Mahnung sein. Seit Dezember 2025 erinnern wir auch an die jüdischen Gastroenterolog*innen, die 1933 nicht Mitglied in der DGVS waren.
Die Mitgliederliste 1932/33
2013 wurde im Kontext von Recherchen für die Festschrift „100 Jahre DGVS“ der Verhandlungsband des damaligen Generalsekretärs entdeckt, der die Mitgliederliste 1932/33 der Fachgesellschaft enthält. Diese Liste zeigt erstmalig die überwiegend mit einem Rotstift durch- und ausgestrichenen Namen der jüdischen Mitglieder unserer Fachgesellschaft, die nach Beginn der NS-Diktatur die DGVS verlassen mussten. Auf der Grundlage dieser Namensliste entstanden die nachfolgenden biographischen Skizzen.
Biografien
- Carl Zaudy
- Chil-Majer Orzech
- Felix Boenheim
- Imre Bach
- Ernst (Ernö) Egan
- Bela Molnar
- Henri Naphtali Schwab
- Hermann Simon
- Richard Mühlstein
- Siegfried Jonas
- Walter Fischbein
- Richard Horwitz
- Alfred Sallo (Salomon) Ledermann
- Georg Korn
- Julius Strasburger
- Ferdinand Blumenthal
- Rudolf Richard Ehrmann
- Ludwig Pick
- Hermann Schlesinger
- Fritz Löwenthal
- Friedrich (Fritz) Heinrich Lewy
- Hans Ury
- Stanislaw Frank
- Paul Friedrich Richter
- Ernst Lyon
- Franz Meyersohn
- Walter Kaufmann
- Hans Walther Ullmann
- Jacob Kaufmann
- Albert Herz