Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Dr. med.
Jakob Tugendreich
1881 - 1951

Dr. med. Jakob Tugendreich, <br> Bildquelle Catalogue de portraits des membres de deuxiéme congres internationale de radiologie, Stockholm 23. – 27. Juliette 1928, redigie Maud Renander
Dr. med. Jakob Tugendreich,
Bildquelle Catalogue de portraits des membres de deuxiéme congres internationale de radiologie, Stockholm 23. – 27. Juliette 1928, redigie Maud Renander

Mitglied seit 1929

Spezialist für Strahlentherapie und Röntgendiagnostik

Flucht nach Palästina 1938

Dissertation, Berlin 1902
Dissertation, Berlin 1902

Dr. med. Jakob Tugendreich

  • 1‌0‌.‌0‌2‌.‌1‌8‌8‌1‌, Warschau, Polen
  • 1‌9‌5‌1‌, Tel Aviv, Israel
  • Mitglied seit 1929
  • Geflohen 1938, Palästina
  • Berlin
  • Röntgenarzt und Strahlentherapeut

„Verfasser dieser Abhandlung, Jakob Tugendreich, mosaischer Konfession, ist am 10. Februar 1881 in Warschau als Sohn des Hausbesitzers Wolf Tugendreich, jetzt wohnhaft zu Charlottenburg, geboren. Seine Schulausbildung erlangte er vom 11. Lebensjahre an in Deutschland (Wiesbaden) und in Belgien (Antwerpen). Außerdem absolvierte Verfasser die staatliche Hochschule für Handels- und Staatswissenschaften in Antwerpen“, so Jakob Tugendreich im Lebenslauf seiner Dissertationsschrift.

 

Ausbildung und Wirkungsstätte

Tugendreich studierte seit 1906 elf Semester ununterbrochen an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin Medizin und legte dort 1912 das Staatsexamen ab. Am 12.05.1912 wurde er an der Berliner Universität mit der Arbeit „Ueber Sklerose der Arteria pulmonalis“ promoviert.

Während seiner Ausbildung in Berlin spezialisierte sich Tugendreich frühzeitig für das Gebiet der Röntgendiagnostik und Strahlentherapie.

Seit 1914 leitete Tugendreich das Röntgeninstitut am Israelitischen Krankenheim Adass Jisroel in Berlin, Elsässer Straße 85. Dieses Krankenhaus war von und für orthodoxe Juden eingerichtet worden.

1916 übernahm Tugendreich zusätzlich die Leitung der Radium- und Röntgenabteilung des Universitätsinstituts für Krebsforschung an der Charité Berlin bei Ferdinand Blumenthal. Daneben war er seit 1919 gemeinsam mit den Strahlentherapeuten Ludwig Halberstädter und Albert Simon in dem privaten Röntgen- und Radium-Institut, Derfflingerstr. 21, in Berlin tätig. 1933 übernahm Tugendreich die Leitung dieses Institutes, nachdem Ludwig Halberstädter aus Deutschland geflohen war.

 

1938 Flucht nach Palästina

Tugendreich floh 1938 nach Palästina und konnte dort ein privates Röntgen-Institut in Tel Aviv gemeinsam mit Albert Simons gründen.

Jakob Tugendreich starb 1951 70-jährig in Tel Aviv.

Eigene Publikationen (Auswahl)

  1. Die Abteilung für physikalische Behandlungsmethoden. Z Krebsforsch 1917; 16: 13-20
  2. Über die Behandlung von Ulzerationen der Haut bei Krebskranken mit Isoamylhydrokuprein. Berl Klin Wochenschr 1916; 53: 242-243
  3. Die Stereo-Röntgenographie der Abdominalorgane. Dtsch med Wochenschr 1927; 53: 580-581.

Quellen und Literatur
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Quellen/Literatur/Weblinks

Biografie von Dr. med. Jakob Tugendreich

Verzeichnis der Quellen

  • Staatliche Bibliothek Berlin. Tugendreich J. Dissertation: Ueber Sklerose der Arteria pulmonalis. Berlin 1912. SBB-SPK , Sign. Ja 3380-1912,12: 29

Verzeichnis der Literatur

  • Blumenthal F. Entstehung und Entwicklung des Universitätsinstituts für Krebsforschung an der Charité. Z Krebsforsch 1928; 27: 3-10
  • Halberstädter L . Die Bestrahlungsabteilung des Instituts für Krebsforschung. Z Krebsforsch 1928; 27: 12-20
  • Jenss H, Reinicke P. Ferdinand Blumenthal, Kämpfer für eine fortschrittliche Krebsmedizin und Krebsfürsorge. Jüdische Miniatur Band 128. Berlin: Hentrich & Hentrich Verlag; 2012: 29,64
  • Niederland D., Leibfried St. Deutsche Ärzteemigration und gesundheitspolitische Entwicklung in Eretz Israel. Medizinhistorisches Journal; 1985; 20 (Heft 1/2): 165
  • Voswinckel P. Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Berlin 1932-1933. Band III. Hildesheim, Zürich, New York: Geord Olms Verlag; 2002: 69,120,134