Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Dr. med.
Max Litthauer
1865 - 1934

Dr. med. Max Litthauer © Jüdisches Museum Berlin, Sammlung Familien Remak, Litthauer, Hahn, Mosse. Schenkung Susan Himmelweit
Dr. med. Max Litthauer © Jüdisches Museum Berlin, Sammlung Familien Remak, Litthauer, Hahn, Mosse. Schenkung Susan Himmelweit

Mitglied seit 1926

Niedergelassener praktischer Arzt in Berlin seit 1900

Niedergelassener Spezialarzt für Chirurgie ebenfalls in Berlin seit 1915

Litthauers Beitrag über das runde Magengeschwür, Virchows Archiv 1909
Litthauers Beitrag über das runde Magengeschwür, Virchows Archiv 1909
Gruppenfoto mit Max Litthauer, sitzend 3. von links, Lazarett Lille, 1917
Gruppenfoto mit Max Litthauer, sitzend 3. von links, Lazarett Lille, 1917

Dr. med. Max Litthauer

  • 2‌1‌.‌1‌1‌.‌1‌8‌6‌5‌, Grätz/Grodzisk Wielkopolski, Provinz Posen, Polen
  • 2‌6‌.‌0‌9‌.‌1‌9‌3‌4‌, Berlin
  • Mitglied seit 1926
  • Berlin
  • Niedergelassener Facharzt für Chirurgie

„Verfasser, Max Litthauer, mosaischer Confession, ist geboren den 21. November 1865 zu Graetz, Prov. Posen, als Sohn des Sanitätsrats Dr. med. Carl Litthauer und seiner Ehefrau Therese, geb. Mosse. Er genoss den ersten Unterricht in seiner Geburtsstadt, besuchte dann die Elementarschule in Schrimm, wohin sein Vater nach Rückkehr aus dem Feldzuge als Kreisphysicus versetzt war, und ebendaselbst von Michaelis 1873 das Kgl. Gymnasium, welches er Michaelis 1882 mit dem Zeugnis der Reife verliess, um Medizin zu studieren“, so Max Litthauer im Lebenslauf seiner Dissertationsschrift.

Max Litthauers Mutter Therese war die Schwester des späteren Berliner Verlegers Rudolf Mosse. Litthauers Schwester Margarethe heiratete Hermann Ullstein, Mitinhaber des Ullstein Verlages und jüngster Sohn des Verlagsgründers Leopold Ullstein. Eine weitere Schwester, Johanna Litthauer, war mit dem Dermato-Venerologen und Sozialhygieniker Prof. Dr. Alfred Blaschko verheiratet.

 

Ausbildung und Wirkungsstätte

Max Litthauer studierte seit 1882 in Berlin, Freiburg, Leipzig und wieder in Berlin Medizin. Hier legte er im Juli 1887 das Staatsexamen ab und wurde einen Monat später mit der Arbeit „Ein Beitrag zur Lehre von der Retention abgestorbener Früchte im Uterus“ an der Berliner Universität promoviert. Im gleichen Jahr erhielt er seine Approbation. Nach dem Studium war Litthauer in der Chirurgischen Universitätsklinik Breslau/Wroclaw bei Hermann Fischer tätig, der von 1868 bis 1890 die Chirurgische Universitätsklinik in Breslau leitete. Mit diesem wechselte er vermutlich 1890 nach Berlin an Fischers neu eröffnete private Klinik für Chirurgie.

Dissertation, Berlin 1887
Dissertation, Berlin 1887

1900 ließ sich Max Litthauer zunächst als praktischer Arzt in der Berliner Rosenthaler Straße 57 nieder. 1909 publizierte er zur Pathogenese des runden Magengeschwürs, eine Arbeit, die auf experimentellen Untersuchungen im Institut für Pathologie der Charité basierte. Seit 1915 war Litthauer niedergelassener Spezialarzt für Chirurgie. Von 1920 bis 1932 praktizierte er in der Berliner Königin-Augusta-Straße 50. 1933 verlegte er die Praxis in die Regensburger Straße 17. In Würdigung seiner Leistungen wurde Max Litthauer der Titel Sanitätsrat verliehen.

Litthauers Beitrag über das runde Magengeschwür, Virchows Archiv 1909
Litthauers Beitrag über das runde Magengeschwür, Virchows Archiv 1909

Litthauer nahm aktiv am Ersten Weltkrieg teil. Er leitete ein Lazarett in Lille, Frankreich, und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Max Litthauer © Jüdisches Museum Berlin, Sammlung Familien Remak, Litthauer, Hahn, Mosse. Schenkung Susan Himmelweit
Max Litthauer © Jüdisches Museum Berlin, Sammlung Familien Remak, Litthauer, Hahn, Mosse. Schenkung Susan Himmelweit
Gruppenfoto mit Max Litthauer, sitzend 3. von links, Lazarett Lille, 1917
Gruppenfoto mit Max Litthauer, sitzend 3. von links, Lazarett Lille, 1917

 

1933/34

Max Litthauer starb am 26.09.1934 68-jährig in Berlin-Wilmersdorf. Zwei seiner Schwestern, Margarethe Ullstein und Johanna Blaschko, flohen aus Deutschland nach England.

Eigene Publikationen (Auswahl)

  1. Ein Fall von Akromegalie. Dtsch Med Wochenschr 1891; 17: 1282-3
  2. Experimentelle Untersuchungen zur Pathogenese des runden Magengeschwürs. Virchows Arch path Anat Physiol Klin Med 1909; 195: 317-341
Danksagung

Susan Himmelweit, England, gebührt besonderer Dank für die freundliche Genehmigung zum Abdruck der Fotographien Max Litthauers. Aubrey Pomerance, Leiter des Archivs des Jüdischen Museums Berlin, sei für seine Auskünfte zum Nachlass von Max Litthauer und für seine Kontaktvermittlung besonders gedankt.


Quellen und Literatur
zu den Quellen
Zurück

Quellen/Literatur/Weblinks

Biografie von Dr. med. Max Litthauer

Verzeichnis der Quellen

  • Bayerische Staatsbibliothek. Litthauer M. Dissertation: Ein Beitrag zur Lehre von der Retention abgestorbener Früchte im Uterus. Berlin 1887. BSB, Diss. med 183 – 83 / 88: 29
  • Jüdisches Museum Berlin, mündliche Auskunft Aubrey Pomerance, Leiter des Archivs JMB, 11.05.2021
  • Reichsmedizinalkalender 1933. Digitale Sammlung der ZB Medizin – Informationszentrum für Lebenswissenschaften. Im Internet: https://digital.zbmed.de/medizingeschichte/periodical/structure/4948689

Verzeichnis der Literatur

  • Bauer H, Kraas E, Steinau HU. [Hg] Schwoch R [A]. Deutsche Gesellschaft für Chirurgie 1933-1945. Die Verfolgten. Heidelberg: Kaden Verlag; 2019 159
  • Pagel J. Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des 19. Jahrhunderts. Reprint der Originalausgabe von 1901 nach dem Exemplar aus der Handbibliothek des Zentralantiquariats der DDR. Basel, München, Paris: S Karger Verlag; 1989: 512-13

Verzeichnis der Weblinks