Eine Erinnerungsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
In Erinnerung an

Prof. Dr. med.
Paul Friedrich Richter
1868 - 1934

Prof. Dr. med. Paul Friedrich Richter, Karlsbad 1928
Prof. Dr. med. Paul Friedrich Richter, Karlsbad 1928

Mitglied seit 1925

Studium in Göttingen, Heidelberg und Breslau/Wroclaw

Bis 1933 Mitglied des beratenden Ausschusses der (D)GVS

Entzug der Lehrbefugnis 1933, <br> Quelle: Archiv Humboldt Universität Berlin, Med. Fak. 1478, Bl. 129
Entzug der Lehrbefugnis 1933,
Quelle: Archiv Humboldt Universität Berlin, Med. Fak. 1478, Bl. 129

Prof. Dr. med. Paul Friedrich Richter

  • 1‌6‌.‌0‌7‌.‌1‌8‌6‌8‌, Beuthen/ Bytom, Oberschlesien, Polen
  • 0‌8‌.‌1‌0‌.‌1‌9‌3‌4‌, Berlin
  • Mitglied seit 1925
  • Berlin
  • Facharzt für Innere Krankheiten

Paul Friedrich Richter wurde 1868 in Beuthen/Bytom als Sohn des Arztes Dr. med. Salomon Salo Richter und seiner Ehefrau Valeska, geb. Perls, geboren.

 

Ausbildung und Wirkungsstätte

Paul Friedrich Richter studierte an den Universitäten Göttingen, Heidelberg und Breslau/Wroclaw Medizin. Dort legte er 1890 das Staatsexamen ab und promovierte im gleichen Jahr. Von 1894 bis 1910 arbeitete und forschte er an der III. Medizinischen Universitätsklink der Berliner Charité bei Hermann Senator. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit standen Fragen der physiologischen Chemie, des Metabolismus bei Nieren- und Leberkrankheiten sowie der Diabetes mellitus. Publizistisch war Richter außerordentlich aktiv und verfasste unter anderem die Beiträge über „Funktionelle Nierendiagnostik“ und „Chronische Nephritiden“ in dem vielbändigen Werk Spezielle Pathologie und Therapie Innerer Krankheiten, Band 7 , 1920, herausgegeben von Friedrich Kraus und Theodor Brugsch.

1902 habilitierte er sich an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin für das Fach Innere Medizin. 1921 erhielt er eine außerordentliche Professur für Innere Medizin an der Berliner Universität.

Von 1910 bis 1933 hatte er die Stelle des dirigierenden Arztes der Abteilung für Innere Medizin am Städtischen Krankenhaus Berlin-Friedrichshain inne. Seit 1923 war Richter konsiliarisch internistisch im Berliner Jüdischen Krankenhaus Adass Jisroel in der Elsässer Straße 85 tätig.

 

1933

Ob Richter im April 1933 aus seiner Funktion als Leitender Arzt der Abteilung für Innere Medizin am Städtischen Krankenhaus Friedrichshain in Berlin entlassen wurde oder ob der 65-Jährige sich „freiwillig“ in den Ruhestand zurückzog, ist nicht eindeutig dokumentiert.

Am 14.09.1933 wurde Richter wegen „nicht arischer Abstammung“ die Lehrbefugnis an der Berliner Universität entzogen (§ 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 07.04.1933).

Entzug der Lehrbefugnis 1933, <br> Quelle: Archiv Humboldt Universität Berlin, Med. Fak. 1478, Bl. 129
Entzug der Lehrbefugnis 1933,
Quelle: Archiv Humboldt Universität Berlin, Med. Fak. 1478, Bl. 129

Paul Friedrich Richter starb 66-jährig am 08.10.1934 in Berlin.

Eigene Publikationen (Auswahl)

  1. Stoffwechsel und Stoffwechselkrankheiten. Einführung in das Studium der Physiologie und Pathologie des Stoffwechsels. Berlin: August Hirschwald Verlag 1906, 2. Auf., 1911
  2. Als Herausgeber gemeinsam mit A. v. Korany. Physikalische Chemie und Medizin, Ein Handbuch. Leipzig: Verlag von Georg Thieme, 2 Bände, 1907/1908.
  3. Indikation und Technik der Entfettungskuren. 2. Aufl. in: Slg. zwangl Abhdlg ges Geb Verdauungs- und Stoffwechselkr Bd 1, H 4 , Halle: Marhold Verlag 1908, 2. Aufl. 1925.
  4. Wie soll der Arzt in der Praxis Stoffwechselkrankheiten behandeln. Leipzig: Verlag von Georg Thieme 1928.
  5. Mit Casper L. Funktionelle Nierendiagnostik, in: Handbuch der Urologie, Bd. III, v. Lichtenberg A, Voelcker F, Wildbolz H [Hg.] Berlin: Verlag von Julius Springer 1929