Dr. med. Ernst Rachwalsky
- 14.05.1889, Glatz/Kłodzko, Niederschlesien, Polen
- 1962, London
- Mitglied seit 1926
- Geflohen 1936, England
- Berlin
- Niedergelassener Facharzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten
Ernst Rachwalsky wurde 1889 in der Familie des Kaufmanns Julius Rachwalsky und seiner Ehefrau Emma, geb. Krauss, im früheren Glatz, Niederschlesien, geboren.
Ausbildung und Wirkungsstätte
Rachwalsky begann 1908 das Medizinstudium in München, das durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. Staatsexamen und Promotion erfolgten an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau 1917. Die Promotionsarbeit hatte den Titel „Zur Kenntnis der als Mammaechinococcen beschriebenen Cysten der Brustwand“, die Rachwalsky in der von Hermann Küttner geleiteten Breslauer Chirurgischen Universitätsklinik anfertigte und die Eduard Melchior betreute. Melchior musste 1935 wegen jüdischer Vorfahren Deutschland verlassen und floh in die Türkei.
Am Ersten Weltkrieg nahm Rachwalsky aktiv teil. Er zog sich eine schwere Verletzung zu, die in der Folge zu einer anerkannten Kriegsbeschädigung von 80 % führte.
1921 war Rachwalsky Assistenzarzt bei Emmo Schlesinger in dessen Berliner Poliklinik für Magen- und Darmkrankheiten. Schlesinger, der 1909 mit Hermann Strauß zusammengearbeitet hatte, widmete sich als Internist frühzeitig den diagnostischen Möglichkeiten der Röntgentechnik für den Gastrointestinaltrakt.
1926 ließ sich Rachwalsky in eigener Praxis als Facharzt in Berlin mit dem Schwerpunkt Röntgendiagnostik des Magen-Darm-Traktes nieder. Dabei beschäftigte er sich intensiv mit der Weiterentwicklung der Röntgendiagnostik unter anderem der Gallenblase. In Berlin führte Rachwalsky in der Friedrichstraße 19 eine Kassenarztpraxis und übernahm in der Berliner Augsburger Straße 66 die Privatklinik von Emmo Schlesinger.
Flucht nach England 1936
1936 floh Rachwalsky aus Deutschland nach London. Ihm gelang es, das von ihm benutzte Röntgengerät Pohl Omniskop mit nach Großbritannien zu nehmen.
In Großbritannien musste er das englische Medizinstudium nachholen, das er in verkürzter Form in Schottland, Glasgow, im März 1939 abschloss. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde er von der Internierung als Enemy Alien befreit.
In London war Rachwalsky seit Oktober 1937 als Medical Practitioner einschließlich der Röntgendiagnostik tätig. In den 1950er Jahren praktizierte er in der Londoner Upper Wimpole Street. Seine Patientinnen und Patienten rekrutierten sich unter anderem aus dem Kreis der in London lebenden deutsch-jüdischen Flüchtlinge. So war die aus Deutschland emigrierte Edith Strauß, Tochter von Hermann Strauß, Patientin Rachwalskys.
Am 10.01.1948 erhielt er die englische Staatsbürgerschaft. In England stand Rachwalsky in enger Verbindung zu den dortigen einflussreichen Gastroenterologen wie Henry Avery.
Ernst Rachwalsky starb im Dezember 1962 73-jährig in London.
Quellen und Literatur
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